Ethik

Bei Adoptionen ist es wichtig, dass eine ethische Grundhaltung eingehalten wird. Diese Grundhaltung bildet auch die Basis für meine Tätigkeit in der Beratung und Begleitung bei Adoptionen.

Adoption muss das primäre Ziel haben, einem Kind, das in seinem Heimatland keine Aussichten auf ein Leben in einer Familie hat, die Möglichkeit zu geben, in einer Familie aufzuwachsen, in der es Geborgenheit und Liebe erfahren darf. Die Interessen des Kindes stehen an oberster Stelle, was bedeutet, dass ein Kind Anrecht auf eine Familie hat und nicht umgekehrt. Kann das Kind im Herkunftsland adoptiert werden, ist diese Lösung vorzuziehen.

Bei Adoptionen im Alleingang ist man der Gefahr ausgesetzt, in illegale «Geschäfte» zu geraten, die dem Kinderhandel Vorschub leisten. Um die Bedürfnisse kinderloser Paare zu befriedigen, werden leider viel zu oft Kinder vorgeschlagen, die eigentlich nicht zur Adoption freigegeben werden sollten. Ich empfehle deshalb dringend, eine Adoption nur mit einer vom Bundesamt für Justiz anerkannten Vermittlungsstelle durchzuführen.

Zum Wohl des Kindes und damit auch der Familie ist es wichtig, von Anfang an zu verstehen, wie komplex eine Adoption für alle Beteiligten ist. Eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema sollte dazu führen, dass man die Gewissheit hat, diesen wichtigen Entscheid im Leben reiflich überlegt zu haben, sodass man voller Zuversicht den Weg der Adoption gehen kann.